Nach amtlichen Angaben wird unser Ort Riefensbeek - Kamschlacken um das Jahr 1716 durch Ansiedlung sogenannter Meiereien
in unserer Ortschronik erwähnt. Es handelt sich hierbei um den Marktplatz in Kamschlacken sowie das Grundstück, heute Jägerhof,
in Riefensbeek, die sich mit der Viehwirtschaft befaßten.
1823
zählte man in Kamschlacken 4 Feuerstellen mit 45 Einwohnern
und in
Riefensbeek 5 Feuerstellen mit 49 Einwohnern.
Aus den Angaben läßt sich schließen, daß die beiden Ortsteile,
jeder auf seine Art,
für den Feuerschutz zu sorgen hatten.
Registriert wurde 1898
der erste Brand in Riefensbeek,
wobei die alte Schmiede
(Haus Dr. Bolitz, Sösetalstr. 29) völlig abbrannte.
Der zweite Brand wurde 1908
registriert,
wobei das Haus Hohmann (Sösetalstr.18)
dem "Roten Hahn" zum Opfer fiel.
Bei beiden Bränden wurde eine Handdruckspritze
der damaligen Pflichtfeuerwehr eingesetzt. Leider läßt sich nicht mehr feststellen, wann die Pflichtfeuerwehr
gegründet wurde.
Hierüber sind keine Unterlagen vorhanden.
Als Gerätehaus diente ein alter Forstschuppen an der Kuhtrift.
Am 18.04.1934
entstand ein großer Waldbrand am Allerberg im Distrikt 106.
Am 16.September 1934
wurde die jetzige Freiwillige
Feuerwehr ins Leben gerufen.
Die noch vorhandene handschriftliche Urkunde besagt:
Bei der heute stattgefundenen Übung der
Pflichtfeuerwehr Riefensbeek -
Kamschlacken ist der Beschluß gefaßt worden, eine Freiwillige Feuerwehr zu
gründen. Die Gründung geschieht aufgrund der Bestimmung des
Feuerlöschgesetzes vom 15.12.1933
und seiner Ausführungen.
Der Wehr sind folgende Personen
beigetreten, die sich nachstehend durch
Unterschriften verpflichteten:
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
10.
11. |
Carl
Wacker
Willi Bündge
Karl Lader
August Ritzau
Ernst Lader
Emil Bertram
Willi Lader
Fritz Wiegand
Willi Ehlert
Theodor Hoch
Fritz Hagemeister |
12.
13.
14.
15.
16.
17.
18.
19.
20.
21.
22.
|
Karl
Bündge III
Hermann Dempfwolf
Bruno Wolf
Hermann Schlein
Karl Bruns
Karl Wiegand
Willi Müller
Emil Waldmann
Albert
Ehlert
Willi Steinkuhl
Werner
Bertram |
Zum Wehrführer wurde Carl Wacker ernannt. Er verstarb am 10.05.1936.
Danach übernahm Kamerad Bruno Wolf (Sägewerk) die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Riefensbeek - Kamschlacken.
1936 wurde ein neues Feuerwehrgerätehaus, jedoch ohne Schlauchtrockenturm, gebaut.
1937 wurde ein Antrag auf Beschaffung einer Tragkraftspritze gestellt, beschafft wurde dieses Gerät erst im Jahre 1942. Eine weitere Tragkraftspritze 4/4 folgte im Jahre 1946. Beide Spritzen kamen bei den Waldbränden am 30.07.1948 im Distrikt 151 am großen Mittelberg, am 11.07.1949 im Distrikt 141 am Ivenkopf, am 06.08.1949 an der B 242 auf dem Sperberhai, am 22.08.1949 im Distrikt 106 am Allerberg und am 23.08.1949 im Distrikt 79 und 80 am Bösenberg zum Einsatz.
In der Nacht vom 13. auf den 14. Januar 1951 brach ein Großfeuer auf dem Grundstück des hiesigen Forstamtes aus, wobei die Stallungen des Forstamtsleiters sowie 2 Pferde, Schweine und sämtliches Geflügel den Flammen zum Opfer fielen. Die Stallungen vom Nachbargebäude der Gaststätte Ulrich (Jägerhof) wurden ebenfalls ein Opfer des Brandes. Hier konnten noch die Tiere gerettet werden. Das Feuer wurde von dem Schwiegersohn des damaligen Forstamtsleiters gelegt (Brandstiftung).
Von 1954 bis 1957 drohte die Gefahr, die Freiwillige Feuerwehr wieder in eine Pflichtfeuerwehr umwandeln zu müssen. Durch die Ernennung des Kameraden Horst Hoch zum Gemeindebrandmeister und Führer der Wehr, am 03.05.1957, konnte dieses verhindert werden. Durch aktive Mitgliederwerbung wurde der übernommene Mitgliederbestand von nur noch 5 Kameraden auf 16 aufgebessert. Eine Kameradschaftskasse wurde eingeführt. Fördernde Mitglieder wurden angeworben.
In Eigenleistung wurde 1958 ein Unterrichtsraum im Dachgeschoß des Feuerwehrgerätehauses (Standort mit Gemeindebüro am Sportplatz) ausgebaut.Von nun an wurde regelmäßig jede Woche Dienst geleistet. Ferner wurde im Jahr 1958 eine neue Tragkraftspritze 8/8, Fabrikat "Bachert" mit VW Motor, beschafft.
1958 nahm die Wehr zum ersten Mal nach 24 Jahren an Leistungswettkämpfen teil und belegte von 16 teilnehmenden Wehren einen beachtlichen 4. Platz.
1958 war schon ein Mitgliederbestand von 22 aktiven Kameraden und 59 fördernden Mitgliedern zu verzeichnen.
Am 02.10.1959 wurde ein Waldbrand im Distrikt 174 bekämpft, zu dem 7 Nachbarwehren hinzugezogen werden mußten. Das Wasser mußte über 1,5 km Wegstrecke befördert werden. Ferner wurden im gleichen Jahr 3 Hilfeleistungen getätigt. Bei den Leistungswettbewerben 1959 wurde ein 1. und 2. Platz belegt. Ein Höhepunkt war im gleichen Jahr die 25-Jahr-Feier unserer Freiwilligen Feuerwehr, die in einem großen Rahmen im Festzelt bei Krinseisen begangen wurde.
1960 zählte die Wehr 26 aktive Kameraden und 67 fördernde Mitglieder. Bei den Leistungswettkämpfen wurde der erste Platz belegt.
1961 mußte die Wehr zu einer Waldbrandbekämpfung im Distrikt 82 und zu einer Hilfeleistung ausrücken. Bei den Wettkämpfen wurde ein 3. und 11. Platz belegt.
1962 mußte die Wehr zu zwei Brandbekämpfungen und einer Hilfeleistung ausrücken. Im Jahre 1962 wurde ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF/S) vom Typ Ford FK 1000 beschafft. Von nun an war die Wehr vollmotorisiert.
1963 wurden 5 Hilfeleistungen getätigt. In Eigenleistung wurde die Garage für das Feuerwehrfahrzeug feuerhemmend ausgebaut. Es wurden zwei Sirenen installiert, eine am "Pony-Hotel" und eine bei Erwin Bruns in Kamschlacken. Die dritte befindet sich heute am Haus Niehoff. Im Herbst 1963 war die Jugendfeuerwehr im Gespräch. Es fanden sich genügend Schüler und so konnte die Jugendfeuerwehr am 01.01.1964 ins Leben gerufen werden. Ferner wurde 1964 das 30-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Riefensbeek - Kamschlacken im Hotel "Jägerhof" gefeiert. 1964 wurde ein Waldbrand im Distrikt 105/106 bekämpft und 3 Hilfeleistungen getätigt.
1965 ist die Wehr zu 3 Brandbekämpfungen und 8 Hilfeleistungen ausgerückt. Es handelte sich um je einen Waldbrand im Distrikt 105 und 38 unseres staatlichen Forstamtes. Ferner brannte es in der Gaststätte "Altes Forsthaus", wo sich heute die Wohn- und Begegnungsstätte der Harz-Weser-Werkstätten GmbH in Kamschlacken befindet. Bei den Leistungswettkämpfen 1965 wurde der 1.Platz belegt. Die Jugendfeuerwehr, die zum ersten Mal an Wettkämpfen teilnahm, belegte den 4. Platz.
1966 brauchte die Wehr nicht zur Brandbekämpfung ausrücken, dafür wurden aber 5 Hilfeleistungen getätigt. An den Wettkämpfen nahmen 2 Gruppen teil und belegten den 4. und 5. Platz. Die Jugendfeuerwehr belegte einen erfolgreichen 2. Platz. Hauptfeuerwehrmann Rudi Hohmann wurde mit dem silbernen Ehrenzeichen für 25-jährige aktive Mitgliedschaft ausgezeichnet.
1967 wurde zu 7 Hilfeleistungen ausgerückt, bei den Wettkämpfen wurde der 3. und 4. Platz belegt. Gemeindebrandmeister Horst Hoch wurde für 25-jährige aktive Tätigkeit mit dem silbernen Ehrenzeichen ausgezeichnet.
1968 wurde zu 6 Hilfeleistungen ausgerückt. Aus der Kameradschaftskasse wurde ein gebrauchter Mannschaftstransporter (VW-Bus) gekauft. Bei den Wettkämpfen wurde der 4. und 10. Platz belegt.
1969 wurden 7 Hilfeleistungen getätigt. Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses wurde begonnen.
Am 18.06.1970 wurde die Wehr zu einem Waldbrand im Distrikt 120 angefordert. Ferner wurden 14 Hilfeleistungen getätigt. Bei den Wettkämpfen sind die Plätze 2 und 7 belegt worden. Das neue Feuerwehrgerätehaus ist in feierlicher Form am 31.10.1970 seiner Bestimmung übergeben.
Am 01.05.1971 und am 20.08.1971 rückte die Wehr zur Brandbekämpfung bei Waldbränden im Distrikt 54 und 100 aus. Ferner mußte zu 12 Hilfeleistungen ausgerückt werden. Bei den Wettkämpfen wurde ein 2. und 5. Platz belegt. Dem Gemeindebrandmeister Horst Hoch wurde 1971 in Würdigung hervorragender Leistungen auf dem Gebiete des Feuerlöschwesens durch den Bezirksbrandmeister Ernst Jago aus Lautenthal im Auftrage des Präsidenten des Deutschen Feuerwehrverbandes das Feuerwehr-Ehrenkreuz 2. Stufe verliehen.
1972 wurde zu 10 Hilfeleistungen ausgerückt. Bei den Wettkämpfen wurde der 2. Platz belegt.Durch das Gesetz über die Neuordnung der Gemeinden im Harz (Verwaltungsreform) am 01.07.1972 mußte die bis zu diesem Zeitpunkt selbständige Gemeinde Riefensbeek - Kamschlacken im Landkreis Clausthal-Zellerfeld (CLZ) ihre Eigenständigkeit aufgeben und wurde der Einheitsgemeinde Osterode am Harz zugeordnet.Somit wurde die Gemeindefeuerwehr Riefensbeek - Kamschlacken in eine Ortsfeuerwehr umgewandelt. Sie trägt nun den Namen Freiwillige Feuerwehr Osterode am Harz Ortsfeuerwehr Riefensbeek - Kamschlacken. Der Mitgliederbestand beträgt zu diesem Zeitpunkt der Eingemeindung 28 aktive Kameraden und 4 Jugendfeuerwehrmänner sowie 104 fördernde Mitglieder. Bei 300 Einwohnern aus Riefensbeek - Kamschlacken sind 44% Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr.
Am 07.01.1973 brannte das Wohnhaus Dr. Bolik in der Sösetalstr. 29. Das Dachgeschoß wurde völlig zerstört. Ferner führte die Wehr 1973 zehn Hilfeleistungen durch. Bei den Leistungswettkämpfen wurde ein 3. und 8. Platz belegt.
1974, im 40. Jubiläumsjahr der Freiweilligen Feuerwehr Riefensbeek - Kamschlacken, war ein weiterer Höhepunkt die Übergabe eines neuen Mannschaftstransporters vom Typ VW-Bus durch die Stadt Osterode am Harz. Das 40-jährige Jubiläum wurde am 31.08. und 01.09.1974 im Dorfgemeinschaftshaus in Riefensbeek - Kamschlacken gefeiert. Auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Riefensbeek - Kamschlacken am 11.01.1974 im Hotel "Jägerhof" teilte Ortsbrandmeister Horst Hoch in seinem Jahresbericht unter anderem der Versammlung mit, daß seine Amtszeit als Ortsbrandmeister am 12.05.1975 nach 18 Jahren ende. Ferner teilte Kamerad Hoch mit, daß er nicht wieder kandidieren werde. Unter Punkt 6 der Tagesordnung wurden Neuwahlen nach § 2 und § 4 unserer Satzung durchgeführt. Die Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Zum Ortsbrandmeister wurde Gerhard Steinkuhl und zum stellvertretenden Ortsbrandmeister wurde Günther Bruns gewählt. Außerdem wurde G. Gruns zum Jugendfeuerwehrwart gewählt. Auf einstimmigen Beschluß der Versammlung wurde Kamerad Horst Hoch der Stadt Osterode am Harz zur Ernennung als Ehrenortsbrandmeister vorgeschlagen. Ferner zeichnete Kreisbrandmeister Wilhelm Lawes am 11.01.1975 Horst Hoch mit der silbernen Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes Osterode am Harz aus.
Am 27.03.1975 wurde von dem noch amtierenden Ortsbrandmeister Horst Hoch eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Die Wahl des neuen Ortsbrandmeisters mußte wiederholt werden, da der Kamerad Gerhard Steinkuhl aus privaten Gründen (Wohnungswechsel nach Hamburg) sein Amt nicht antreten konnte. Als neuer Ortsbrandmeister wurde der Kamerad Günther Bruns einstimmig gewählt. Zu seinem Stellvertreter wurde Kamerad Heinrich Matthäus benannt. Kamerad Günther Bruns nahm die Wahl unter der Bedingung an, in Personalunion auch Jugendfeuerwehrwart zu bleiben. Die Versammlung beschloß, am 07.05.1975 im Hotel "Jägerhof" in Riefensbeek einen Kameradschaftsabend durchzuführen. Dabei soll der alte Ortsbrandmeister verabschiedet und der neue Ortsbrandmeister in sein Amt eingeführt werden. Am 07.05.1975 fand feierlich die Übergabe statt. Die Daten bis zur Übergabe 1975 wurden von dem alten Ortsbrandmeister Horst Hoch und dem neuen Ortsbrandmeister Günther Bruns gemeinsam zu Papier gebracht, um im Jubiläumsjahr 1984 eine Festschrift zu erstellen. Die Daten ab 1975 werden in Form von Statistiken gegeben, um für die Zukunft eine einfachere Fortschreibung über den weiteren Verlauf der Freiwilligen Feuerwehr Riefensbeek - Kamschlacken zu führen. Aus privaten Gründen legte am 28.01.1977 der Hauptfeuerwehrmann Kamerad Heinrich Matthäus sein Amt als stellvertretender Ortsbrandmeister nieder. Zu seinem Nachfolger wurde der Hauptfeuerwehrmann Karl-Heinz Duda gewählt, der dieses Amt als Oberlöschmeister bis zum 31.05.1982 übernahm. Kamerad Karl-Heinz Duda wurde später, ab 25.03.1980, für 6 Jahre in das Ehrenbeamtenverhältnis übernommen und legte es aus persönlichen Gründen am 31.05.1982 nieder. Zum Nachfolger von Kamerad Duda als stellvertretender Ortsbrandmeister wurde der Löschmeister Wilfried Bruns am 23.06.1982 dem Rat der Stadt Osterode am Harz zur Ernennung vorgeschlagen. Kamerad Wilfried Bruns wurde aber nicht zum Stellvertreter ernannt, da er in Lasfelde wohnt. Das war die Begründung ! Man möge in Zukunft immer auf die Feinheiten achten ! Bei einer erneuten Wahl am 20.10.1982 wurde der Hfm Jürgen Henne mit der kommissarischen Wahrnehmung beauftragt, da noch erforderliche Lehrgänge nachzuholen waren. Mit Wirkung vom 23.02.1984 wurde der Löschmeister Jürgen Henne als stellvertretender Ortsbrandmeister auf die Dauer von 6 Jahren in das Ehrenbeamtenverhältnis berufen. |